Mit dem Vierbeiner auf den Schneeberg
Pünktlich zum astronomischen Herbstbeginn wollten wir endlich mal wieder auf den Schneeberg! Wettervorhersage gecheckt und einen Ausflugstag unter der Woche ins Auge gefasst: 5 Stunden Sonne, keine Regen und naja, etwas Wind waren angesagt – eigentlich perfekt. Deshalb kurzerhand für den Tag unserer Wahl online auf der Website der Schneebergbahn gebucht und einfach die NÖ-CARD Nummer hinzugefügt – schon kamen wir in den Genuss der gratis Auffahrt, die wir CARD-Inhaberinnen und Inhaber einmal pro Saison erleben dürfen. Das Hundeticket wird gleich online dazugebucht, wir erhielten Codes zum Ausdrucken, fertig.
Die Anfahrt aus dem Weinviertel war wunderschön und sogar ohne Stau, bei Sonnenschein passierten wir die Hohe Wand und deckten uns noch mit den obligaten Wurstsemmeln für unsere kleine Wanderung ein. Bei der Talstation der Schneebergbahn hatten wir noch reichlich Zeit, um die aktuellen Souvenirs zu durchforsten (mein Mann), die Ausstellung zur historischen Schneebergbahn im Obergeschoß zu begutachten (ich) und sich mental auf die 40-Minuten-Fahrt mit Maulkorb vorzubereiten (Hund Coffee).
Aber Hundesenior Coffee macht das nicht zum ersten Mal, nein – er kann Seilbahn, Gondel und auch Zahnradbahn, das hat er oft bewiesen. Dafür darf er vorher auch stets mit uns einmal um den Teich im Kurpark gleich bei der Talstation spazieren und dabei reichlich schnofeln – zum Entspannen.
15 Minuten vor der Abfahrt wurde dann der entzückende Salamander der Schneebergbahn bereit gestellt und die nette Mitarbeiterin öffnete für Hund Coffee extra das Drehkreuz zum Durchgehen auf den Bahnsteig.
Mit dem grün-gelben Salamander auf 1800 Meter
Die Schneebergbahn fährt schon seit 1897 als Zahnradbahn auf den Schneeberg – sie ist eine von nur drei verbliebenen Zahnradbahnen in Österreich. Wir saßen im modern grün-gelben Salamanderzug, der vergleichsweise schnell oben ist: Er braucht nämlich nur 40 Minuten. Der historische Dampfzug schnauft da schon länger hoch.
Bei der Auffahrt hatten wir genug Platzauswahl im Zug: Bergauf sitzt man am besten links – aber der eine oder andere Blick auf die rechte Seite lohnt -zum rechten Zeitpunkt- auch. Erst geht es raus aus Puchberg, vorbei an der Galerie Voka und leicht ansteigend durch den Wald hinauf, je weiter oben, desto schöner die Aussichten hinunter ins Tal!
Bei Sonnenschein waren wir schnell an der Hengsthütte (Tipp für die Adventzeit: Advent-Zauber mit der Schneebergbahn) und weiter gings bis zur allseits beliebten Station Baumgartner. Dort hat der Zug fünf Minuten Aufenthalt! Warum? Dort warten frische, warme Buchteln (Marmelade oder Powidl) auf hungrige Salamander-FahrerInnen und dafür wird doch gerne ein Stop eingeplant. Auch wir erfreuten uns bei der Weiterfahrt an dem warmen Gebäck (mit ordentlich Patzerei, wie es sich gehört) und dann waren die kurzen 40 Minuten auch schon vorbei.
Hund Coffee – angetan mit Leine und dem ungeliebten Maulkorb – war zwar nicht grad tiefenentspannt auf der Fahrt, aber da wir wirklich reichlich Platz hatten, konnte er immer wieder seine Position ändern und war nicht eingeengt, wie das wohl am Wochenende oder in den Sommerferien der Fall sein kann.
Nur eins: Schon auf den letzten Minuten der Auffahrt und nach den Tunnels hatte es kräftig zugezogen und beim Aussteigen im Bahnhof am Schneeberg auf 1800 Metern Seehöhe blies uns ein eisiger Wind entgegen. Aber: Ein Regenbogen wartete auf uns. Kurz zumindest – als Begrüßung quasi. Leider unmittelbar gefolgt von eisigem Nieselregen. Der einzige, der wirklich begeistert war vom Wetterumschwung auf 2000 Metern, war Hund Coffee – er liebt die Kälte und sogar die Nässe. Wir packten unsere Rucksäcke unter den Regenschutz und marschierten zur schönen Kaiserin-Elisabeth-Gedächtniskirche (wunderschön Jugendstil innen) und weiter zur Galerie Voka, wo schon viele WanderInnen Zuflucht vor dem Schneeregen gesucht hatten.
Aber wir sind hart im Nehmen: Unser eigentliches Ziel, die Fischerhütte, legten wir aufgrund des dichten Nebels aber schnell ad acta. Dafür stiegen wir gleich steil bergan durch die Latschen Richtung Waxriegelkreuz, das wir schon vom letzten Besuch kannten. Die letzten Meter waren allerdings eine Herausforderung: Die Sturmböen waren so stark, dass ich kaum fotografieren konnte und nach ein paar recht „bodennahen Gipfelfotos“ drehten wir schleunigst wieder um. Einige Höhenmeter weiter unten war der Sturm erträglicher, aber die Sicht war dennoch fast null.
So kamen wir früher als geplant im Berghaus Hochschneeberg an, das sich seit unserem letzten Besuch nicht verändert hatte. Der einstmals so berühmte Bau des berühmten K.u.K. Architekten-Duos Fellner und Helmer ist zwar nur noch ein Schatten seiner selbst, aber hungrig und durstig muss hier keiner rausgehen! Die meisten Heizkörper im großen Speisesaal waren zwar schon besetzt, aber in der Bauernstube war es warm. Eine heiße Suppe, ein Kaffee und dann standen halt die berühmten Schneeberg-Nockn auf dem Programm, da führt kein Weg dran vorbei. Hund Coffee lag auf dem historischen Holzboden und schnarchte so laut, dass das Paar daneben lachend auf ihn aufmerksam wurde. Viele Bilder an den Wänden und noch mehr retro Erinnerungsstücke an eine Zeit vor über 100 Jahren, als hier oben im Berghaus halb Wien einkehrte, ließen uns die Zeit nicht lang werden.
Dann noch der obligate Blick ins Souvenirshop des Salamander und dann ging sich auch noch ein Plausch mit einer Dame der Schneebergbahn aus: Ja, unten sei es sonnig, sagte sie und auch die Tage davor hatte es heroben so unwirtliches Wetter gegeben. Aber am Sonntag wäre herrlichstes Wanderwetter gewesen, so versicherte sie. Natürlich mit entsprechendem Besucheransturm.
Der Salamander ratterte durch den Nebel herein zu uns in den Bahnhof und das Salamander-Baby war auch wieder mit dabei. Was das ist? Das müsst Ihr selbst auf Eurer nächsten Schneebergfahrt rausfinden.
Uns erwarteten warm eingeheizte Waggons, danke an die Schneebergbahn! Und glaubt es oder nicht, zwei Kehren später und ein paar Höhenmeter tiefer riss der Nebel wieder auf und wir sahen das Tal deutlich vor uns. Sonne im Zug, Sonne in unseren Gesichtern!
Bei der Hengsthütte lohnt es sich, auszusteigen und die letzte Stunde bergab (gut markiert) per pedes zum Bahnhof zurückzumarschieren. So kommt man auch bei der Galerie Voka vorbei und bei der wunderschön restaurierten Schneeberg-Säge mit ihrem Mühlenrad direkt am Bächlein. Letzterer war für Hund Coffee eine willkommene Abwechslung, um gleichzeitig seine Pfoten zu baden und einen Drink zu nehmen. Und auch oben im Eisregen hatte er sich begeistert im nasskalten Gras gewälzt – er ist halt ein Allwetterprofi, für den es keine schlechte Jahreszeit gibt. So wie für die Schneebergbahn, die auch im November und im Advent noch zu ausgesuchten Zeiten fährt und schöne Ausflugspakete anbietet.
Unser Fazit:
Schneeberg und Rax gehen halt immer, finde ich. Und auch wenn uns diesmal die schnellen Wetterumschwünge einen Strich durch die geplante Wanderung gemacht haben, die Salamander-Fahrt mit Hund ist immer eine lohnende Fahrt.
Noch mehr Tipps:
- Parken: Rund um die Talstation der Schneebergbahn gibt es mehrere Parkplätze, aber nicht alle sind kostenlos. Vorort die Informationen auf den Schildern beachten!
- Am Wochenende gibt es einen Direktzug von Wien Hauptbahnhof bis Puchberg am Schneeberg. Wer vom Süden und über Wr. Neustadt kommt, kann täglich direkt mit dem Zug anreisen.
- Die Schneebergbahn verkehrt von Mai bis November und mit speziellen Tagesangeboten auch im Advent.
- Wir befinden uns im hochalpinen Gebiet! Wer eine Wanderung plant oder auch nur einen Spaziergang, sollte immer entsprechend ausgerüstet und angezogen sein. Schuhe, ggf. Stöcke, Jacken, Kopfbedeckung, geladenes Smartphone und Wanderjacke sowie Verpflegung sind Grundausstattung bei jeder Wanderung!
- In der Nähe gibt es Wohnmobil-Stellplätze beim Krumböckhof
Noch mehr Ausflüge mit der NÖ-CARD mit Hund in den Wiener Alpen
- Naturpark Hohe Wand
- Die Rax lohnt bei jedem Wetter
- Eine Runde Minigolf gleich nach dem Schneebergbesuch? Direkt in Puchberg!
- Auch im Städtischen Museum Neunkirchen sind Hunde gestattet.
Wichtige Infos für alle Vierbeiner, die auf den Schneeberg wollen:
Der Hund darf im Salamander mit Maulkorb und an der Leine mit dabei sein, ein Ticket für ihn für Hin- und Rückfahrt kostet in der Nebensaison 21 Euro. Kleine Hunde, die in Reisetaschen passen, die am Schoß gehalten werden können, dürfen gratis mit. Direkt an der Talstation kann man eine kleine Hundetasche und auch Maulkörbe aller Größe gegen Kaution, die man bei Rückkehr zurückerhält, ausleihen. Bei der Nostalgie-Dampflokfahrt sind keine Hunde gestattet.
Bitte nicht vergessen, für die Wanderung einen Napf und auch Trinkwasser für den Hund mitzunehmen